Airfryer-Hähnchen wie vom Colonel – knusprig, saftig und ehrlich hausgemacht

Rezepte

Es gibt Gerichte, die man eigentlich gar nicht regelmäßig essen möchte – und trotzdem denkt man immer wieder daran. Bei mir ist es dieses berühmte knusprige Hähnchen, das man früher unterwegs gegessen hat, aus einer großen Pappschachtel, mit fettigen Fingern und diesem ganz speziellen Geruch, der irgendwie verboten gut war. Nicht fein, nicht elegant, aber unglaublich befriedigend. Lange Zeit war das für mich etwas, das man eben „mal gönnt“, draußen, nicht zu Hause. Frittieren kam für mich nie infrage, allein der Gedanke an heißes Öl, Geruch in der Wohnung und die Sauerei danach hat mich abgeschreckt.

Als dann die Heißluftfritteuse bei uns einzog, änderte sich mein Blick auf solche Rezepte komplett. Ich fing an zu experimentieren, erst vorsichtig, dann mutiger. Und irgendwann dachte ich: Warum eigentlich nicht dieses Hähnchen? Nicht als Kopie, nicht als billiger Ersatz, sondern als ehrliche, hausgemachte Version – knusprig, gut gewürzt, innen saftig, aber ohne literweise Fett. Die ersten Versuche waren okay, aber noch nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. Erst als ich mir Zeit für die Marinade nahm und die Gewürzmischung wirklich fein abgestimmt habe, war es plötzlich da: dieses Gefühl. Nicht exakt wie vom Imbiss, aber erstaunlich nah – und vor allem so, dass ich es meiner Familie ohne schlechtes Gewissen servieren konnte.

Dieses Rezept ist seitdem eines von denen, die immer wieder auf den Tisch kommen. Nicht jeden Tag, aber an diesen Abenden, an denen man etwas Herzhaftes braucht, etwas Knuspriges, etwas, das satt und zufrieden macht. Und jedes Mal staune ich ein bisschen, was aus ein paar einfachen Zutaten im Airfryer werden kann.

Zutaten

2 kg Hähnchenteile (Keulen, Schenkel, Flügel oder Brust, gern gemischt)
250 ml Buttermilch
1 TL Salz
1 TL scharfe Soße (optional, nur für Tiefe, nicht zwingend scharf)

180 g Weizenmehl
2 EL Speisestärke
1 EL Paprikapulver
1 TL Knoblauchpulver
1 TL Zwiebelpulver
1 TL getrockneter Thymian
1 TL getrockneter Oregano
½ TL Selleriesalz
½ TL Senfpulver
½ TL gemahlener Ingwer
½ TL weißer Pfeffer
½ TL schwarzer Pfeffer
1 TL Salz

Zubereitung

Zuerst bereite ich immer die Marinade vor, weil sie dem Hähnchen diese unglaubliche Saftigkeit gibt. In einer großen Schüssel verrühre ich die Buttermilch mit dem Salz und – wenn ich Lust habe – einem kleinen Spritzer scharfer Soße. Das Hähnchen wird gründlich darin gewendet, wirklich jedes Stück soll Kontakt haben. Dann decke ich die Schüssel ab und stelle sie mindestens zwei Stunden in den Kühlschrank, idealerweise über Nacht. Dieser Schritt macht den größten Unterschied, also überspringe ihn nicht, auch wenn es eilig ist.

Wenn es ans Panieren geht, mische ich in einer zweiten großen Schüssel Mehl, Speisestärke und alle Gewürze sehr gründlich. Ich nehme mir dafür Zeit, damit sich alles gleichmäßig verteilt. Die Mischung riecht schon trocken unglaublich aromatisch, genau so soll es sein. Nun nehme ich die Hähnchenteile aus der Buttermilch, lasse sie kurz abtropfen und wälze sie dann im gewürzten Mehl. Ich drücke die Panade richtig an, damit sie später nicht abfällt. Für extra Knusprigkeit tauche ich die Stücke manchmal noch einmal kurz zurück in die Buttermilch und dann erneut ins Mehl – das ist kein Muss, aber ein kleiner Trick, der viel bringt.

Die Heißluftfritteuse heize ich auf 190 Grad vor. Währenddessen sprühe ich den Korb leicht mit Öl ein. Die panierten Hähnchenteile lege ich mit Abstand hinein, sie dürfen sich nicht berühren, sonst wird die Kruste weich. Auch die Oberseite sprühe ich leicht mit Öl ein – nicht viel, nur so, dass die Panade nicht trocken bleibt.

Dann wird das Hähnchen etwa 25–30 Minuten gegart. Nach der Hälfte der Zeit wende ich die Stücke vorsichtig und sprühe sie erneut leicht ein. Am Ende sollen sie goldbraun, knusprig und durchgegart sein. Wenn man unsicher ist, einfach ein Stück anschneiden oder die Kerntemperatur prüfen – sie sollte bei 74 Grad liegen.

Nach dem Garen lasse ich das Hähnchen ein paar Minuten ruhen. Das ist wichtig, damit sich der Saft im Fleisch verteilt und die Kruste stabil bleibt. Und dann kommt dieser Moment, wenn man hineinbeißt: erst das Knacken der Kruste, dann das saftige Fleisch. Genau dafür lohnt sich die Mühe.

Tipps & Variationen

Wenn du es milder magst, lass Ingwer oder weißen Pfeffer einfach weg – das Hähnchen bleibt trotzdem würzig.
Für extra Crunch kannst du einen Teil des Mehls durch fein zerstoßene Cornflakes ersetzen.
Auch sehr gut: die gleiche Panade für Hähnchenstreifen oder Nuggets – perfekt für Kinder.
Dazu passen Kartoffelspalten aus dem Airfryer, Coleslaw oder einfach ein frischer Gurkensalat.
Reste schmecken am nächsten Tag kalt erstaunlich gut oder lassen sich kurz im Airfryer wieder aufknuspern.

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