Ich esse kein Weizenmehl – mein Brot im Glas in einer Minute, das meinen Alltag verändert hat

Rezepte

Es gibt Sätze, die sagt man irgendwann ganz selbstverständlich. „Ich trinke keinen Zucker mehr.“ „Ich brauche morgens erst einen Kaffee.“ Oder eben: „Ich esse kein Weizenmehl.“ Bei mir kam dieser Satz nicht über Nacht. Er hat sich langsam eingeschlichen, fast unbemerkt, aus einem Bauchgefühl heraus. Dieses Gefühl, dass mir klassisches Brot zwar schmeckt, mir aber nicht immer guttut. Zu schwer, zu aufgedunsen, zu müde danach. Und trotzdem wollte ich auf Brot nicht verzichten. Brot gehört für mich zum Leben. Zum Frühstück, zum Abendbrot, zu diesem kleinen Moment, wenn man sich hinsetzt und kurz durchatmet. Also habe ich angefangen zu suchen. Nicht nach Verzicht, sondern nach Alternativen, die sich gut anfühlen.

Ich bin keine Ernährungsberaterin, keine Influencerin, kein Gesundheitsguru. Ich bin eine ganz normale Frau mit Küche, Alltag, Familie und wenig Lust auf komplizierte Rezepte. Und genau deshalb liebe ich dieses Brot im Glas so sehr. Es ist ehrlich. Es ist schnell. Es ist sättigend. Und es kommt ohne das aus, was viele von uns heute bewusst meiden: Weizenmehl, Hefe und Zucker.

Die Idee zu diesem Brot kam mir an einem dieser Tage, an denen man eigentlich keine Zeit hat. Der Kühlschrank halb voll, der Kopf noch voller, und trotzdem der Wunsch nach etwas Warmem, Selbstgemachtem. Ich wollte kein Brot backen im klassischen Sinne. Kein Kneten, kein Warten, kein Ofen vorheizen. Ich wollte etwas, das sofort da ist. Und genau da kam dieses Glasbrot in mein Leben.

Was mich von Anfang an begeistert hat, war die Zutatenliste. So kurz, dass man sie sich merken kann. Drei Eier. Milch. Leinsamen. Flohsamenschalen. Mehr nicht. Keine Mehlmischungen, keine Zusatzstoffe, keine komplizierten Ersatzprodukte. Einfach Dinge, die man versteht. Dinge, bei denen man weiß, was sie tun.

Ich erinnere mich noch genau an das erste Mal, als ich es ausprobiert habe. Ich war skeptisch. Brot ohne Mehl? Ohne Hefe? In der Mikrowelle? Das klang fast zu einfach. Aber genau diese Einfachheit ist es, die mich überzeugt hat. Denn manchmal sind es nicht die ausgefeiltesten Rezepte, die bleiben, sondern die, die man wirklich in den Alltag integriert.

Ich bereite dieses Brot meistens morgens zu. Nicht jeden Tag, aber oft. Besonders an Tagen, an denen ich merke, dass mein Körper etwas Ruhiges braucht. Etwas, das nicht belastet, aber trotzdem satt macht. Ich nehme mir ein hitzebeständiges Glas oder eine große Tasse. Kein besonderes Gefäß, nichts Teures. Einfach etwas, das da ist. Ich schlage drei Eier hinein, gieße die Milch dazu und rühre alles kurz mit der Gabel. Kein Mixer, kein Aufwand. Dann kommen die Leinsamen und die Flohsamenschalen dazu. Schon beim Rühren merke ich, wie die Masse anfängt, dicker zu werden. Das ist dieser Moment, in dem man weiß: Das funktioniert.

Leinsamen sind für mich inzwischen ein fester Bestandteil meiner Küche. Nicht, weil sie ein Trend sind, sondern weil sie mir guttun. Sie bringen Struktur, Sättigung und ein leicht nussiges Aroma. Flohsamenschalen sind dagegen eher unscheinbar, fast unsichtbar. Und doch sind sie der Schlüssel zu diesem Brot. Sie binden, sie geben Halt, sie machen aus einer flüssigen Masse etwas, das später wirklich wie Brot wirkt. Ohne sie würde das Ganze nicht funktionieren.

Ich lasse die Mischung manchmal eine halbe Minute stehen, manchmal auch nicht. Je nachdem, wie eilig ich es habe. Dann stelle ich das Glas in die Mikrowelle. Eine Minute. Manchmal sechzig Sekunden, manchmal siebzig. Jeder kennt seine Mikrowelle am besten. Und dann passiert etwas, das mich bis heute fasziniert: Aus dieser unscheinbaren Masse wird ein kleines Brot. Fest, warm, duftend. Kein Kuchen, kein Omelett, sondern wirklich etwas, das man schneiden oder zumindest aufschneiden kann.

Ich hole das Glas vorsichtig heraus, denn es ist heiß. Schon beim ersten Blick sehe ich: Es hat Struktur. Es ist aufgegangen, obwohl keine Hefe im Spiel war. Es riecht mild, neutral, fast wie frisches Brot. Ich stürze es meist auf einen Teller oder schneide es direkt im Glas an. Manchmal esse ich es pur, manchmal mit etwas Frischkäse, Avocado oder einem Löffel selbstgemachter Marmelade. Und jedes Mal denke ich mir: Genau so sollte Essen sein. Einfach. Ehrlich. Ohne Drama.

Was mir besonders wichtig ist: Dieses Brot ist kein Ersatz, der so tut, als wäre er etwas anderes. Es will kein Weizenbrot imitieren. Es ist ein eigenes Lebensmittel. Und genau deshalb funktioniert es so gut. Es hat seinen eigenen Geschmack, seine eigene Textur, seine eigene Rolle. Es macht satt, ohne zu beschweren. Es hält lange vor. Und es passt zu so vielen Ernährungsweisen, ohne dass man es ständig erklären muss.

Viele Menschen meiden Weizenmehl aus ganz unterschiedlichen Gründen. Manche wegen Gluten, andere wegen Blutzucker, wieder andere einfach, weil sie sich damit wohler fühlen. Dieses Brot passt in all diese Lebensrealitäten, ohne sich aufzudrängen. Es ist kein „Verzichtsbrot“. Es ist ein „Ich-entscheide-mich-dafür“-Brot.

Ich habe im Laufe der Zeit ein bisschen mit dem Rezept gespielt. Manchmal gebe ich eine Prise Salz dazu, manchmal ein paar Kräuter. Für eine herzhafte Variante mische ich gerne getrocknete Kräuter oder etwas Kümmel unter. Für eine süßere Version lasse ich alles pur und esse es mit Beeren oder Nussmus. Es ist erstaunlich, wie wandelbar diese einfache Basis ist.

Was ich auch sehr schätze: Dieses Brot lässt sich gut vorbereiten. Man kann die trockenen Zutaten schon mischen und morgens nur noch Eier und Milch dazugeben. Oder man macht gleich zwei Gläser hintereinander. Eines für jetzt, eines für später. Es ist kein Brot, das tagelang im Brotkasten liegt, aber es muss das auch nicht. Es ist ein Brot für den Moment. Für das Jetzt.

Viele fragen mich, ob das wirklich satt macht. Ja, das tut es. Leinsamen und Flohsamenschalen quellen im Magen, geben Volumen und sorgen für ein langes Sättigungsgefühl. Ich merke einen deutlichen Unterschied zu klassischem Brot. Kein schneller Hunger, kein Müdigkeitsloch. Einfach ein ruhiges, angenehmes Gefühl.

Und genau das ist es, was ich mir von meiner Ernährung wünsche. Keine Extreme. Keine Dogmen. Sondern Lösungen, die sich in mein Leben einfügen. Dieses Brot im Glas ist für mich genau so eine Lösung geworden. Es steht nicht für Verzicht, sondern für Freiheit. Für die Freiheit, Brot zu essen, ohne Weizen. Für die Freiheit, etwas Frisches zu haben, ohne stundenlang in der Küche zu stehen. Für die Freiheit, meinem Körper zuzuhören.

Wenn ich heute sage „Ich esse kein Weizenmehl“, dann sage ich das nicht mit Verzicht im Blick, sondern mit Überzeugung. Weil ich Alternativen gefunden habe, die mir schmecken. Die mir guttun. Und die zeigen, dass gesunde, bewusste Ernährung nicht kompliziert sein muss.

Dieses Brot im Glas ist kein Wunderrezept. Es wird nicht alles verändern. Aber es kann ein kleiner Baustein sein. Ein kleiner Schritt zu mehr Achtsamkeit im Alltag. Und manchmal sind es genau diese kleinen Dinge, die am meisten bewirken.

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