Es gibt Tage, an denen man sich nach etwas Leichtem sehnt, nach einem Essen, das nicht beschwert, aber trotzdem satt und zufrieden macht. Genau an so einem grauen Nachmittag, als draußen der Wind durch die Bäume strich und ich eigentlich nur schnell etwas Warmes auf den Tisch bringen wollte, ist dieses Rezept entstanden. Ich hatte noch zwei schöne Kabeljaufilets im Kühlschrank, die ich ursprünglich ganz klassisch in der Pfanne zubereiten wollte. Doch dann fiel mein Blick auf die Heißluftfritteuse, die inzwischen einen festen Platz auf meiner Arbeitsplatte hat. Und ich dachte mir: Warum eigentlich nicht?
Früher war Fisch für mich immer mit viel Aufwand verbunden. Bratpfanne, Fettspritzer, dieser typische Geruch, der sich stundenlang in der Küche hält. Aber ich wollte eine Lösung, die all das einfacher macht, alltagstauglicher, moderner. Etwas, das auch dann funktioniert, wenn man wenig Zeit hat, aber trotzdem frisch kochen möchte. Die Heißluftfritteuse war dafür wie gemacht.
Was mich an diesem Gericht sofort begeistert hat, war die Kombination aus Einfachheit und Geschmack. Der Fisch bleibt unglaublich saftig, bekommt außen eine feine, aromatische Kruste, und das alles ganz ohne schweres Panieren oder viel Öl. Es ist ein Essen, das an nordische Küstenküche erinnert, an klare Luft, an ehrliche Zutaten, an Gerichte, bei denen der natürliche Geschmack im Mittelpunkt steht.
Heute mache ich diesen Kabeljau regelmäßig. Nicht nur, weil er schnell geht, sondern weil er sich so wunderbar in den Alltag einfügt. Er passt zu einem ruhigen Abend genauso wie zu einem Familienessen am Wochenende. Und jedes Mal denke ich mir wieder: Manchmal sind die einfachsten Rezepte die besten.
Zutaten
2 frische Kabeljaufilets (je etwa 150–180 g)
1 Esslöffel Olivenöl
½ Teelöffel Meersalz
½ Teelöffel frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
1 Teelöffel mildes Paprikapulver
½ Teelöffel Knoblauchpulver
1 Teelöffel Zitronensaft
Etwas frisch gehackte Petersilie oder Dill
Optional: eine Bio-Zitrone zum Servieren
Zubereitung
Zuerst nehme ich den Fisch etwa zehn Minuten vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank. So kann er leicht temperieren, was später für ein gleichmäßigeres Garen sorgt. Währenddessen heize ich die Heißluftfritteuse auf 180 Grad vor. Dieses Vorheizen ist ein kleiner Schritt, der aber viel bewirkt, weil der Fisch so direkt mit heißer Luft umgeben ist und seine feine Struktur behält.
Die Kabeljaufilets tupfe ich vorsichtig mit Küchenpapier trocken. Das ist wichtig, damit sich später eine leichte Kruste bilden kann und der Fisch nicht zu viel Feuchtigkeit abgibt. Dann lege ich die Filets auf einen Teller und bestreiche sie ganz dünn mit Olivenöl. Wirklich nur ein Hauch – es geht nicht darum, den Fisch zu tränken, sondern ihm ein wenig Unterstützung beim Garen zu geben.
Nun kommt die Würzmischung. Salz, Pfeffer, Paprikapulver und Knoblauchpulver vermische ich in einer kleinen Schale und streue alles gleichmäßig über die Filets. Zum Schluss träufle ich ein paar Tropfen Zitronensaft darüber. Schon jetzt duftet es frisch und leicht, fast wie ein Spaziergang am Meer.
Die Filets lege ich nebeneinander in den Korb der Heißluftfritteuse. Wichtig ist, dass sie sich nicht überlappen, damit die heiße Luft rundherum zirkulieren kann. Dann gare ich den Fisch für etwa 8 bis 10 Minuten, je nach Dicke der Stücke. Man muss ihn nicht wenden, was ich besonders angenehm finde – kein Hantieren, kein Zerfallen.
Während der Fisch gart, bereite ich gern eine kleine Beilage vor. Oft schneide ich einfach einen frischen Salat oder dünste etwas Gemüse. So entsteht ganz nebenbei ein vollständiges, ausgewogenes Essen.
Wenn die Zeit abgelaufen ist, öffne ich die Heißluftfritteuse, und jedes Mal bin ich wieder begeistert: Der Fisch ist außen zart gebräunt, innen wunderbar saftig und lässt sich mit der Gabel ganz leicht teilen. Genau so soll Kabeljau sein.
Vor dem Servieren streue ich noch etwas frische Petersilie oder Dill darüber. Diese Kräuter bringen nicht nur Farbe, sondern auch eine leichte, aromatische Note, die perfekt zum Fisch passt.
Tipps und Variationen
Was ich an diesem Rezept besonders liebe, ist seine Wandelbarkeit. Man kann es ganz nach Geschmack verändern, ohne dass es kompliziert wird. Wer es etwas kräftiger mag, kann eine Prise Zitronenschale oder einen Hauch Senfpulver hinzufügen. Für eine mediterrane Variante passen auch getrocknete Kräuter wie Oregano oder Thymian wunderbar.
Wenn Kinder mitessen, lasse ich die Gewürze manchmal etwas milder und serviere den Fisch mit Kartoffeln oder Reis. So wird daraus ein ganz unkompliziertes Familiengericht.
Auch bei den Beilagen kann man variieren. Besonders gut passen:
Gedünsteter Brokkoli
Ofenkartoffeln aus der Heißluftfritteuse
Ein frischer Gurkensalat
Oder einfach ein Stück gutes Brot
Reste lassen sich übrigens hervorragend am nächsten Tag verwenden. Kalt zerzupft in einem Salat oder leicht erwärmt in der Heißluftfritteuse schmeckt der Fisch immer noch wunderbar.
Dieses Gericht zeigt für mich, wie moderne Küche heute funktionieren kann: wenig Aufwand, ehrliche Zutaten, viel Geschmack. Es braucht keine komplizierten Techniken, keine langen Einkaufslisten. Nur ein gutes Stück Fisch, ein paar Gewürze und ein bisschen Zeit.
Und genau deshalb koche ich es so gern. Weil es ein Rezept ist, das nicht beeindruckt, sondern begleitet. Ein Essen, das man immer wieder macht, weil es einfach gut tut.







