Mein goldgelber Quark-Gugelhupf wie von früher – saftig, weich und genau der Kuchen, der nach Zuhause duftet

Rezepte

Manchmal sind es gar nicht die aufwendigen Torten, die uns am tiefsten im Herzen bleiben. Nicht die festlichen Kuchen mit drei Cremeschichten, nicht die glasierten Meisterwerke aus dem Schaufenster und auch nicht die modernen Rezepte, bei denen man erst einmal fünf Zutaten googeln muss, bevor man überhaupt anfangen kann. Nein, manchmal ist es gerade dieser eine schlichte Kuchen, der alles in sich trägt, was ein gutes Rezept braucht: Wärme, Verlässlichkeit, Duft, Erinnerung und dieses stille Gefühl, dass die Küche plötzlich ein freundlicherer Ort geworden ist. Genau so ist es bei mir mit diesem Quark-Gugelhupf.

Ich glaube, jeder von uns hat so ein Rezept, das keinen großen Auftritt braucht und trotzdem immer funktioniert. Bei manchen ist es ein Apfelkuchen, bei anderen Marmorkuchen oder Hefezopf. Bei mir ist es seit vielen Jahren dieser Gugelhupf mit Quark. Nicht schwer, nicht trocken, nicht überladen, sondern weich, saftig und so angenehm bodenständig, dass man ihn morgens zum Kaffee genauso gern isst wie nachmittags, wenn plötzlich Besuch vor der Tür steht. Und jedes Mal, wenn ich ihn backe, frage ich mich wieder, warum man eigentlich so oft nach neuen Rezepten sucht, wenn die schönsten oft schon längst da sind.

Gefunden habe ich diese Art von Kuchen nicht in einem eleganten Backbuch, sondern eher zwischen Alltag, Erinnerung und einem dieser Nachmittage, an denen man eigentlich gar nichts Besonderes geplant hat. Es war grau draußen, so richtig grau, wie nur diese stillen Tage es sein können, an denen das Licht kaum durch die Fenster kommt und alles ein bisschen langsamer wirkt als sonst. Ich hatte keine Lust auf aufwendiges Kochen, keine Lust auf Einkaufen und erst recht keine Lust, die halbe Küche in ein Backchaos zu verwandeln. Aber ich hatte Lust auf etwas, das nach Zuhause riecht. Etwas, das einem den Tag heller macht, ohne dass man dafür stundenlang am Herd stehen muss.

Ich saß damals mit meiner Kaffeetasse am Tisch und dachte erst an einen schnellen Rührkuchen. Dann an etwas mit Äpfeln. Dann fiel mir plötzlich wieder der alte Quarkkuchen meiner Mutter ein, allerdings nicht als Blechkuchen oder Käsekuchen, sondern in dieser einfachen, schönen Form, die ein Gugelhupf nun einmal hat. Ich weiß noch, wie ich früher als Kind immer dachte, ein Gugelhupf sei etwas ganz Besonderes, nur weil er aus dieser Form kam. Er sah so ordentlich aus, so klassisch, fast feierlich, obwohl er oft aus ganz einfachen Zutaten bestand. Und wahrscheinlich ist genau das der Zauber: Etwas Schlichtes sieht plötzlich besonders aus, ohne seinen ehrlichen Charakter zu verlieren.

Also habe ich angefangen zu suchen. Nicht lange, eher in Gedanken. Ich wusste noch ungefähr, wie meine Mutter das gemacht hatte. Quark hinein, Eier trennen, Butter schmelzen, ein bisschen Geduld mitbringen. Es war nie ein Rezept, das man geschniegelt und geschniegelt behandeln musste. Es war eher eines von denen, die man mit der Zeit im Gefühl hat. So wie man weiß, wann ein Teig die richtige Konsistenz hat, auch wenn man es kaum erklären kann. Ich finde, genau das sind oft die wertvollsten Küchenrezepte. Nicht die, die perfekt geschniegelt aufgeschrieben sind, sondern die, die schon ein wenig gelebt haben.

Als ich diesen Kuchen zum ersten Mal wieder in meiner eigenen Küche gemacht habe, war ich fast überrascht, wie schnell das Gefühl von früher zurückkam. Schon beim Schmelzen der Butter war da dieser vertraute warme Duft. Dann das Rühren von Eigelb und Zucker, dieses langsam heller werdende Cremige in der Schüssel, das Geräusch des Mixers, das Klirren des Löffels am Rand. Dann der Quark, der alles ein wenig weicher, ein wenig voller machte. Es sind solche Kleinigkeiten, die man eigentlich kaum beachtet und die doch sofort eine Stimmung erzeugen. Plötzlich war es nicht mehr einfach nur ein Rezept. Es war ein Nachmittag, der ein bisschen freundlicher geworden war.

Das Schönste an diesem Quark-Gugelhupf ist für mich bis heute, dass er so herrlich unkompliziert wirkt und trotzdem nie langweilig schmeckt. Er ist kein Kuchen, bei dem man nur Zucker schmeckt. Kein trockener Rührkuchen, den man mit literweise Kaffee hinunterspülen muss. Und auch kein schweres Dessert, bei dem man nach einem Stück genug hat. Er liegt irgendwo dazwischen, auf die angenehmste Weise. Durch den Quark bleibt er saftig, weich und fast ein wenig cremig in der Krume, ohne dabei wie ein Käsekuchen zu wirken. Durch die geschmolzene Butter bekommt er diese warme, gemütliche Note, die man sofort schmeckt, ohne sie benennen zu müssen. Und wenn dann noch etwas Vanille und vielleicht ein Hauch Zitrone dazukommen, dann ist es für mich genau die Art von Kuchen, die nie aus der Mode kommt.

Früher dachte ich oft, einfache Kuchen seien nur eine Notlösung. Etwas, das man macht, wenn nichts anderes im Haus ist oder wenn die Zeit fehlt. Heute sehe ich das ganz anders. Gerade die einfachen Kuchen sind oft die, die am meisten Seele haben. Vielleicht, weil sie sich nicht hinter Glasuren, Füllungen und Dekorationen verstecken. Vielleicht auch, weil sie stärker mit dem Alltag verbunden sind. Sie stehen nicht nur auf Geburtstagsbuffets, sondern auch auf Küchentischen. Sie begleiten Gespräche, Nachmittage, Besuch, spontane Kaffeepausen und diese kleinen Momente, in denen man sich etwas Gutes gönnen möchte, ohne daraus ein Ereignis zu machen.

Mit der Zeit habe ich dieses alte Grundgefühl ein wenig an meine eigene Küche angepasst. Nicht völlig verändert, aber behutsam. Ein wenig leichter in der Süße, etwas feiner in der Balance, vielleicht mit Magerquark oder Quark mit mittlerem Fettanteil, damit der Kuchen saftig bleibt, aber nicht unnötig schwer wirkt. Nicht zu viel Zucker, weil ich es viel lieber mag, wenn der Kuchen sanft süß ist und man noch Butter, Quark und Vanille schmecken kann. Manchmal gebe ich etwas Zitronenabrieb dazu, manchmal ein paar kleine Schokostücke oder Rosinen, manchmal einfach gar nichts weiter, weil die schlichte Version oft die schönste ist.

Ich kann gar nicht zählen, wie oft dieser Gugelhupf seitdem schon bei uns auf dem Tisch stand. Mal sonntags, wenn ich morgens schon Lust hatte zu backen und wusste, dass der Tag gemütlich werden soll. Mal unter der Woche, wenn ich ein paar Zutaten verbrauchen wollte und am Ende mehr Freude daran hatte als an jedem aufwendigeren Rezept. Mal für Nachbarn, mal für Familienbesuch, mal einfach nur für uns. Und jedes Mal geschieht etwas Ähnliches: Erst wird gesagt, man nehme nur ein kleines Stück. Dann noch ein dünnes. Dann noch eines, nur zum Probieren. Und am nächsten Morgen bleibt oft nicht mehr viel übrig. Genau das ist für mich das ehrlichste Lob.

Manchmal denke ich, solche Kuchen haben etwas Tröstliches. Sie wollen gar nicht beeindrucken. Sie sind einfach da. Warm, freundlich, duftend. Sie stellen keine Fragen, sie verlangen keine exotischen Zutaten, sie wollen nur gebacken und geteilt werden. Vielleicht ist es genau das, was wir im Alltag viel öfter brauchen als immer neue spektakuläre Rezepte. Etwas, das vertraut ist. Etwas, das gelingt. Etwas, das nach dem ersten Bissen sofort dieses Gefühl auslöst: Ja, genau so muss Kuchen schmecken.

Meine Mutter hat einmal zu mir gesagt, ein guter Quarkkuchen erkenne man daran, dass er noch am nächsten Tag weich ist und nicht trocken wird. Ich musste oft daran denken, wenn ich diesen Gugelhupf gebacken habe. Denn genau das kann er. Er bleibt saftig, bleibt angenehm, bleibt freundlich. Er hat nichts Schrilles an sich. Und vielleicht ist das sein eigentliches Geheimnis. Er ist nicht laut, aber er bleibt.

Ich habe dieses Rezept inzwischen so oft im Kopf bewegt, so oft gebacken, so oft ein wenig variiert, dass es sich fast wie ein Teil meiner Küche anfühlt. Und dennoch freue ich mich jedes Mal aufs Neue, wenn ich die Gugelhupfform aus dem Schrank hole. Es ist ein stilles Versprechen: Gleich wird es nach Butter, Vanille und Geborgenheit riechen. Gleich wird die Wohnung ein bisschen wärmer wirken. Gleich wird etwas aus dem Ofen kommen, das nicht nur satt macht, sondern gut tut.

Wenn ich heute gefragt werde, welcher Kuchen bei uns am zuverlässigsten verschwindet, dann ist es oft genau dieser. Nicht, weil er besonders luxuriös wäre. Sondern weil er genau diese seltene Mischung hat, die viele suchen und nur wenige Rezepte wirklich schaffen: Er ist einfach und trotzdem besonders. Er ist weich, aber nicht schwer. Süß, aber nicht zu süß. Altmodisch im besten Sinn und gleichzeitig so zeitlos, dass er immer wieder passt. Ein Kuchen für regnerische Nachmittage, für Sonntage, für Gäste, für Kinder, für Nachbarinnen, für Kaffeepausen, für stille Tage und für all die Momente, in denen man in der Küche nicht Perfektion sucht, sondern Wärme.

Und genau deshalb schreibe ich ihn so gern auf. Weil ich finde, dass solche Rezepte nicht verloren gehen dürfen. Sie müssen nicht geschniegelt neu erfunden werden. Es reicht oft, sie mit etwas Liebe, etwas Gefühl und ein paar guten Zutaten weiterzutragen. Vielleicht ist das sogar das Schönste am Backen: Dass man ein kleines Stück Zuhause weitergeben kann, ohne große Worte zu brauchen. Nur mit einem Gugelhupf, der goldgelb aus dem Ofen kommt und schon beim ersten Anschnitt zeigt, dass er genau das ist, was man sich an grauen Tagen wünscht.

Zutaten

Für 1 Gugelhupfform

Desserts

500 g Quark
4 Eier
150 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
125 g Butter
250 g Mehl
1 Päckchen Backpulver
1 Prise Salz
abgeriebene Schale von 1 kleinen Bio-Zitrone
2 EL Milch

Optional, wenn du den Kuchen etwas verfeinern möchtest

50 g kleine Schokostückchen
40 g Rosinen
2 EL gehobelte Mandeln
etwas Puderzucker zum Bestäuben

Zubereitung

Zuerst heize ich den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vor, weil ich es mag, wenn alles bereit ist, sobald der Teig in die Form kommt. Während der Ofen warm wird, kümmere ich mich um die Gugelhupfform. Ich fette sie gründlich mit etwas Butter ein und streue sie ganz leicht mit Mehl oder feinen Semmelbröseln aus. Früher habe ich diesen Schritt manchmal schnell abgetan, aber gerade beim Gugelhupf lohnt sich ein bisschen Sorgfalt. Nichts ist ärgerlicher, als wenn so ein schöner Kuchen später an der Form hängen bleibt. Wenn man sich hier zwei Minuten Zeit nimmt, erspart man sich viel Herzklopfen.

Dann schmelze ich die Butter langsam in einem kleinen Topf und stelle sie zum Abkühlen beiseite. Sie soll noch flüssig sein, aber nicht mehr heiß. In dieser Zeit trenne ich die Eier. Das Eiweiß gebe ich in eine saubere, fettfreie Schüssel, denn daraus wird später der Eischnee, der den Kuchen so schön locker macht. Das Eigelb kommt in eine zweite, größere Schüssel. Dazu gebe ich den Zucker und den Vanillezucker und schlage alles so lange auf, bis eine helle, cremige Masse entsteht. Genau dieser Schritt bringt schon so viel Luft in den Teig, dass der Kuchen später wunderbar fein wird.

Wenn die Eigelbmasse schön cremig ist, kommt der Quark dazu. Ich rühre ihn löffelweise unter, damit alles glatt wird und keine Klümpchen bleiben. Dann füge ich die leicht abgekühlte Butter hinzu und rühre wieder alles gründlich durch. Schon jetzt sieht die Masse herrlich aus: weich, cremig, fast ein wenig wie eine sehr zarte Dessertbasis. Jetzt kommen noch die Zitronenschale und die zwei Esslöffel Milch dazu. Die Zitrone macht den Kuchen nicht zitronig im eigentlichen Sinn, sondern hebt die Frische nur ganz leicht an. Für mich gehört das inzwischen fast immer dazu, weil der Gugelhupf dadurch besonders rund schmeckt.

In einer separaten Schüssel mische ich Mehl, Backpulver und die Prise Salz. Diese Mischung siebe ich nach und nach über die Quarkmasse und rühre sie vorsichtig unter. Man muss hier nicht hektisch arbeiten. Es reicht, wenn am Ende ein glatter, etwas festerer Rührteig entstanden ist. Wenn ich Schokostückchen oder Rosinen verwende, hebe ich sie jetzt unter. Beides mache ich aber nur gelegentlich. Die Grundversion ist oft so schön schlicht, dass sie gar nicht viel mehr braucht.

Nun schlage ich das Eiweiß steif. Ich mag diesen Moment, weil man richtig sieht, wie aus etwas Flüssigem eine feste, luftige Masse wird. Wenn der Eischnee glänzend und stabil ist, hebe ich ihn in zwei oder drei Portionen vorsichtig unter den Teig. Nicht rühren wie verrückt, sondern mit Gefühl. Genau diese Luftigkeit macht später den Unterschied. Der Teig wird dadurch weicher, leichter und bekommt diese wunderschöne fluffige Struktur, die ich an diesem Gugelhupf so liebe.

Jetzt fülle ich den Teig in die vorbereitete Form und streiche ihn oben leicht glatt. Wenn ich Lust habe, streue ich manchmal noch ein paar gehobelte Mandeln darüber, aber das ist wirklich nur eine kleine Spielerei. Der Kuchen kommt dann auf die mittlere Schiene in den Ofen und backt dort ungefähr 40 bis 45 Minuten. Jeder Ofen ist ein bisschen anders, deshalb schaue ich gegen Ende nach. Die Oberfläche sollte goldgelb sein und ein Holzstäbchen möglichst sauber herauskommen. Wenn noch ein paar feuchte Krümel daran hängen, ist das völlig in Ordnung. Wichtig ist nur, dass kein flüssiger Teig mehr dabei ist.

Während der Gugelhupf im Ofen ist, beginnt dieser wunderbare Teil des Backens, den ich fast am meisten liebe. Erst riecht es nach warmer Butter, dann nach Vanille, dann nach diesem milden, fast heimeligen Duft von Quarkkuchen. Die ganze Küche verändert sich. Plötzlich wirkt alles freundlicher. Selbst an trüben Tagen hat man das Gefühl, dass ein wenig Licht im Raum ist. Ich ertappe mich dann oft dabei, wie ich viel zu früh vor den Ofen gehe, nur um kurz nachzusehen. Natürlich weiß ich, dass der Kuchen noch Zeit braucht, aber allein der Blick auf die langsam goldene Oberfläche macht mich schon glücklich.

Sobald der Gugelhupf fertig ist, schalte ich den Ofen aus und lasse die Tür einen kleinen Spalt offen. Der Kuchen bleibt noch fünf bis zehn Minuten darin stehen. Das ist ein kleiner Trick, den ich von früher übernommen habe. So kann er sich langsam an die kühlere Luft gewöhnen und fällt nicht so leicht zusammen. Danach nehme ich ihn heraus und lasse ihn noch einige Minuten in der Form ruhen. Erst dann stürze ich ihn vorsichtig auf ein Gitter.

Es ist immer ein schöner Moment, wenn man die Form abnimmt und sieht, dass alles gelungen ist. Diese klassische Gugelhupfform, die feinen Rillen, die goldgelbe Oberfläche – schon da ahnt man, wie gut er schmecken wird. Wenn er etwas abgekühlt ist, bestäube ich ihn manchmal mit Puderzucker. Nicht zu viel, nur eine feine Schicht. Manchmal lasse ich das auch weg, besonders wenn ich ihn ganz schlicht mag. Beides passt wunderbar.

Natürlich ist es schwer, auf den ersten Anschnitt zu warten. Am besten schmeckt er zwar vollständig abgekühlt, weil sich dann die Struktur ganz gesetzt hat, aber lauwarm hat er etwas unwiderstehlich Tröstliches. Die Krume ist dann noch ganz weich, fast zart, und der Duft steigt einem beim Anschneiden direkt entgegen. Genau in solchen Momenten verstehe ich immer wieder, warum einfache Kuchen so geliebt werden. Sie brauchen keine Erklärung. Ein Bissen genügt.

Am liebsten serviere ich diesen Gugelhupf einfach pur. Zu Kaffee, zu Tee oder am Nachmittag, wenn man etwas Kleines Süßes möchte. Wer mag, kann etwas geschlagene Sahne dazu reichen oder frische Beeren, aber eigentlich braucht der Kuchen das gar nicht. Er trägt sich wunderbar selbst. Das ist für mich immer ein Zeichen von einem wirklich guten Rezept.

Was ich besonders an ihm liebe, ist seine Verlässlichkeit. Er passt zu fast jeder Gelegenheit. Für spontanen Besuch, für Sonntagnachmittag, für einen Kuchenteller im Büro, für Nachbarn oder einfach nur für einen selbst. Er bleibt auch am nächsten Tag schön saftig, wenn man ihn gut abdeckt. Und manchmal, wenn überhaupt etwas übrig bleibt, schmeckt er am zweiten Tag fast noch besser, weil alles dann noch ein wenig mehr miteinander verbunden ist.

Wenn ich heute in meiner Küche stehe und diesen Quark-Gugelhupf backe, habe ich oft das Gefühl, dass sich damit nicht nur ein Rezept wiederholt, sondern eine kleine Gewohnheit des Glücks. Man tut etwas Vertrautes, man weiß ungefähr, wie es ausgeht, und gerade deshalb ist es so schön. Nicht jeder Tag braucht Überraschungen. Manchmal reicht ein Kuchen, der verlässlich gut wird und nach Zuhause riecht. Mehr braucht es oft gar nicht.

Tipps und Varianten

Wenn du den Gugelhupf noch frischer magst, kannst du etwas mehr Zitronenabrieb verwenden oder sogar einen kleinen Löffel Zitronensaft in den Teig geben. Ich würde aber nicht zu viel nehmen, damit der feine Quarkgeschmack erhalten bleibt.

Für eine etwas winterlichere Version passt auch ein Hauch Zimt sehr schön. Nicht so viel, dass der Kuchen wie Weihnachtsgebäck schmeckt, sondern gerade genug, dass er etwas wärmer wirkt.

Rosinen sind Geschmackssache, aber in diesem Kuchen machen sie sich erstaunlich gut. Ich weiche sie manchmal vorher kurz in etwas warmem Wasser ein, damit sie besonders saftig bleiben.

Schokostückchen passen wunderbar, wenn der Gugelhupf etwas verspielter werden soll. Kleine Stückchen aus Zartbitterschokolade geben dem Kuchen eine schöne Tiefe, ohne ihn zu süß zu machen.

Wenn du statt Quark eine Mischung aus Quark und Frischkäse verwenden möchtest, funktioniert das auch, allerdings wird der Kuchen dann etwas voller und dichter. Ich bleibe meistens beim Quark, weil ich genau diese leichte Saftigkeit so gern mag.

Auch in Muffinförmchen lässt sich der Teig gut backen. Dann verkürzt sich die Backzeit deutlich, meist auf etwa 20 bis 25 Minuten. Das ist praktisch, wenn man kleine Portionen möchte oder etwas zum Mitnehmen braucht.

Wichtig ist bei diesem Rezept vor allem, den Eischnee nicht grob zu unterrühren. Je sanfter man hier arbeitet, desto luftiger wird das Ergebnis. Und wie so oft beim Backen ist Geduld am Ende ein guter Freund. Nicht zu früh aus der Form nehmen, nicht zu heiß anschneiden, auch wenn es schwerfällt.

Wenn du den Kuchen für Gäste backst, kannst du ihn mit etwas Puderzucker und wenigen gehobelten Mandeln sehr hübsch servieren. Es muss nichts Aufwendiges sein. Gerade die schlichte Optik passt wunderbar zu seinem Charakter.

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