Rosenkohl im Airfryer – so gut, dass ihn sogar Rosenkohl-Hasser lieben

Rezepte

Rosenkohl war bei uns zu Hause lange ein schwieriges Thema. Entweder war er zu weich gekocht, roch streng oder schmeckte bitter – kurz gesagt: kein Gemüse, das Begeisterung auslöste. Ich erinnere mich noch gut an die Winterabende, an denen er pflichtbewusst auf dem Teller lag, aber am Ende doch zur Seite geschoben wurde.
Erst viele Jahre später, als die Heißluftfritteuse bei uns eingezogen ist, habe ich dem Rosenkohl noch einmal eine Chance gegeben. Und was soll ich sagen: Ich hätte nie gedacht, dass ausgerechnet dieses Gemüse zu einem unserer Lieblingsgerichte werden würde. Im Airfryer bekommt Rosenkohl eine ganz andere Persönlichkeit. Außen leicht knusprig, innen zart, mit einer feinen nussigen Note und ohne diesen typischen Kohlgeruch.
Dieses Rezept ist aus vielen kleinen Versuchen entstanden. Mal war er zu trocken, mal zu dunkel, mal fehlte einfach das gewisse Etwas. Irgendwann habe ich verstanden: Rosenkohl braucht im Airfryer nicht nur Hitze, sondern auch ein wenig Dampf, Zeit und Liebe. Seitdem bereite ich ihn regelmäßig so zu – als Beilage, manchmal sogar als Hauptgericht. Und jedes Mal fragen Gäste nach dem Rezept, selbst jene, die sonst um Rosenkohl einen großen Bogen machen.

Zutaten

750 g frischer Rosenkohl

50 g Butter, geschmolzen
alternativ: 5 cl neutrales Öl

1 kleine rote Zwiebel

40 g Bacon, in feine Streifen geschnitten

1 Knoblauchzehe

30 g frisch geriebener Parmesan oder Grana Padano

1 Teelöffel Salz

frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

½ Bund frische Petersilie

8 cl Wasser

Zubereitung

Zuerst widme ich mich ganz in Ruhe dem Rosenkohl. Die äußeren Blätter entferne ich, falls sie unschön sind, und schneide den Strunk leicht nach. Größere Röschen halbiere oder viertle ich, kleinere lasse ich ganz. Wichtig ist, dass die Stücke ungefähr gleich groß sind, damit später alles gleichmäßig gart.
Die rote Zwiebel schäle ich, halbiere sie und schneide sie in feine Streifen. Der Knoblauch wird sehr fein gehackt, die Petersilie ebenfalls. Den Bacon schneide ich in schmale Streifen – ein kleiner Tipp aus der Küche: leicht angefroren lässt er sich besonders gut schneiden.

Nun kommt alles, bis auf Knoblauch und Petersilie, in eine große Schüssel. Ich würze den Rosenkohl mit Salz und Pfeffer und gieße die geschmolzene Butter darüber. Dann vermenge ich alles gründlich mit einem Löffel oder den Händen, bis jedes Röschen leicht glänzt. Genau das sorgt später für den guten Geschmack.

Den Airfryer heize ich auf 160 Grad vor. Diese Temperatur ist entscheidend: Zu heiß, und der Rosenkohl wird dunkel, bevor er gar ist. Zu niedrig, und er bleibt blass und weich.
In den Korb gebe ich zuerst das Wasser. Danach kommt der Rosenkohl hinein. Wichtig: Der Korb sollte nicht mehr als zu einem Drittel gefüllt sein. Wenn nötig, gare ich lieber in zwei Durchgängen – das Ergebnis lohnt sich.

Der Rosenkohl gart nun etwa 18 Minuten. Nach 6 Minuten öffne ich den Airfryer und rühre alles einmal durch. Nach weiteren 6 Minuten gebe ich den fein gehackten Knoblauch dazu und mische erneut. So verbrennt der Knoblauch nicht und bleibt aromatisch.

Kurz vor dem Ende schaue ich noch einmal hinein: Der Rosenkohl sollte leicht gebräunt sein, aber nicht trocken. Nach dem Garen streue ich sofort den frisch geriebenen Parmesan darüber. Durch die Restwärme schmilzt er leicht und verbindet sich wunderbar mit dem Gemüse. Zum Schluss kommt die Petersilie darüber – frisch, grün und aromatisch.

Am liebsten serviere ich den Rosenkohl direkt heiß aus dem Airfryer. Er passt hervorragend zu Fleisch, Fisch oder einfach mit einem Stück Brot als kleines Abendessen. Und jedes Mal denke ich mir: Wer hätte gedacht, dass Rosenkohl einmal so beliebt bei uns wird.

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